Römische Mühle (Rai-Breitenbach)

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Fundstücke im Museum des Breubergbundes
Mühlstein im Museum des Breubergbundes


Im Jahre 1954 wurden bei Tiefabauarbeiten nahe der Brücke im Breuberger Stadtteil Rai-Breitenbach die Überreste einer Römische Mühle in 4.2 m Tiefe aufgedeckt. Wegen des dortigen feuchten Bodens sollte das Fundament eines Transformatorenhäuschens auf festen Untergrund gesetzt werden. Dieser wurde erst nach Durchgraben über 4 m starker Schwemmlandschichten erreicht, wobei der Fund zutage trat. Dabei konnten ab 1.2 m Tiefe die Arbeiten nur durch stetiges Abpumpen des eindringenden Grundwassers fortgesetzt werden.

Das im Gebiet der Baugrube geborgene Fundmaterial beinhaltet neben einem aus der Eifel importierten Mühlstein aus Basalt-Tuff, Keramik- und Eisenfragmenten auch (aufgrund des Ausschlusses von Luft) vorzüglich erhaltene Teile von mehreren Eichenbalken der Konstruktion. Trotzdem wurde zunächst keine dendrochronologische Untersuchung dieser Fragmente durchgeführt. Aufgrund der Keramikfunde lies sich das Bauwerk aber auf ca. 150 n. Chr. datieren. Der Breubergbund ließ die Untersuchung der Eichenhölzer schließlich 2007 nachholen. Daraus ergab sich als frühest mögliches Fälldatum das Jahr 159 n. Chr.

Da die Mühle nicht vollständig freigelegt wurde kann über deren Natur nur spekuliert werden. Die große Nähe zu den Bachläufen legt aber eine Wassermühle nahe. Einige der Funde sind heute im Museum des Breubergbundes auf der Burg Breuberg ausgestellt.


Quellen[Bearbeiten]

  • Egon Schallmayer: Die Römer in Rai-Breitenbach in "Stadt Breuberg - 1200 Jahre Rai-Breitenbach", Breuberg 1998.
  • Heinz Reitz: "Der Römische Mühlstein aus (Breuberg-) Rai-Breitenbach im vergleich mit anderen aus der Region", in Der Odenwald 59 55-62, 2012