Ohrenbacher Schanze

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Auf dem Wall
Im Graben


Bei der Ohrenbacher Schanze, im Volksmund auch als Heuneschüssel bezeichnet, handelt es sich um eine antike Befestigungsanlage über dem Ohrenbachtal nahe dem vielbrunner Weiler Bremhof. Im heutigen Zustand präsentiert sie sich als ein von ca. 3 m hohen Erdwällen und einem ca. 1.5 m tiefen Graben umschlossenes, annähernd quadratisches, Viereck mit etwa 90 m Seitenlänge und einem nach Osten öffnenden Tor. Der Innenraum ist durch einen kleinen Graben zweigeteilt, ebenso findet sich der eingestürzte Rest eines Brunnens.

Die Schanze liegt nahe eines schon seit vorgeschichtlicher Zeit in Benutzung befindlichen alten Höhenweges, welcher von Bremhof her kommend entlang des Höhenrückens nach Miltenberg im Maintal verläuft. Bei ersten Sondagen Anfang des 20. Jhdts. wurden ausschließlich römische Keramik gefunden, aufgrund der für römische Militäranlagen untypischen Form und ihrer Lage abseits beider Limeslinien wird ein römischer Ursprung aber als nicht gesichert angesehen. Die bisher vorgeschlagenen Nutzungszwecke der Anlage, Vorposten des Odenwaldlimes, Überwachung des Höhenweges oder ein Arbeitslager und Sägeplatz der aus Inschriftenfunde vom Main bekannten Holzfällerkommandos der Mainzer Legion müssen soweit als spekulativ angesehen werden.

In jüngerer Zeit wurde die Ohrnbacher Schanze auch mit dem in mittelalterlichen Quellen bis ins beginnende 14. Jhdt. erwähnten Ort "Rumpheshusen/Rumpfeshausen" gleichgesetzt.


Quellen[Bearbeiten]

  • Johann Friedrich Knapp, Heinrich Eduard Scriba: "Römische Denkmale des Odenwaldes, insbesondere der Grafschaft Erbach und Herrschaft Breuberg", 1854
  • Heinrich Bingemer: "Die Ohrenbacher Schanze", Saalburgjahrbuch 10, 1951, S. 29-35
  • Klaus Schwarz: "Die Heuneschüssel, auch Ohrenbacher Schanze genannt", in Führer zur vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Band 8: Miltenberg, Amorbach, Obernburg, Aschaffenburg, Seligenstadt, Mainz 1967, S. 137 ff.
  • Dietwulf Baatz, Fritz-Rudolf Herrmann: "Die Römer in Hessen", 2002
  • Thomas Steinmetz: "Die Ostgrenze der Mark Michelstadt und die dortigen Grenzpunkte - 1200 Jahre Mark Michelstadt", in "Der Odenwald", 64. Jahrg. Heft 4/Dezember 2017