Gotthardskapelle

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Die Gotthardskapelle über Amorbach von Süden aus gesehen im Sommer 2010
Die Ostseite der Kapelle
Gotische Fenster auf der Südseite
Die Nordseite der Kapelle während der Ausgrabungen 2010
Ein sreigelegtes Kellergewölbe des Priorats
Grabungsschnitt im ehemaligen Wirtschaftshof auf der Nordseite



Die Gotthardskapelle ist eine Kirchenruine auf der Spitze des Gotthardsberges zwischen Amorbach und Weilbach. Aufgrund der guten Sichtbarkeit vom Tal und der Attraktivität der Stelle die, besonders vom Kirchturm aus, einen sehr guten Ausblick über die umliegende Landschaft gewährt, ist die Gotthardskapelle zu einem regionale Identität stiftenden Bauwerk geworden.

Die Kapelle ist das letzte noch stehende Gebäude einer mittelalterlichen Klosteranlage welche im Bauernkrieg zerstört wurde. Im bisher drei Kampagnen in den Sommern der Jahre 2010 bis 2012 wurden deren Überreste und Vorgängerbauten durch das Archäologische Spessartprojekt unter Leitung des Archäologen Harald Rosmanitz, mit Unterstützung vieler Freiwilliger aus der Umgebung, untersucht.

Geschichte[Bearbeiten]

Im frühen Mittelalter befand sich an dieser Stelle die Burg Frankenberg, von welcher Spuren bei den Ausgrabungen des Jahres 2010 nachgewiesen werden konnten. Die Überlieferung spricht von der Errichtung der Burg durch den fränkischen Gaugrafen Ruthard im 8. Jhdt. Gemachte Keramikfunde deuten zumindest auf eine Besiedelung des Berges seit spätkarolingischer Zeit hin. 1138 wird die Errichtung einer dem Hl. Gotthard gewidmeten Kapelle in der Burg erwähnt. Auf dem Reichstag von Würzburg wurde am 10. Juli 1168 von Kaiser Friedrich Barbarossa schließlich die Zerstörung der Burg und Errichtung eines Klosters an gleicher Stelle angeordnet.

Die darauf folgende Gründung eines Benediktinerinnenklosters hatte bis 1439 Bestand, als dieses aufgelöst und das Areal dem Reichskloster Amorbach als Probstei zugeschlagen wurde. Während dieser Zeit wurde das Kloster zweimal durch Brandereignisse um 1350 und 1439 zerstört und jeweils wiederaufgebaut. Auch erhielt der Gotthardsberg durch Erweiterung des Gipfelbereichs nördlich der heutigen Kirchenruine durch eine künstliche Plattform und die weiteren Baumaßnahmen des Klosters auf dem östlichen Höhenrücken seine heutige Form.

Im Bauernkrieg wurde das Kloster ein drittes mal Niedergebrannt und danach endgültig aufgegeben, jedoch 1628 bis 1631 die Kirche auf Anordnung des Amorbacher Abtes wiederhergestellt, aber bereits am 8. Juni 1714 durch Blitzschlag erneut zerstört. Seit dieser Zeit besteht sie nur noch als Ruine, die 1956 mit einem neuen Dach versehen und somit vor dem weiteren Zerfall bewahrt wurde.


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