Eulbacher Park

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Wildsauen in einem Gehege des Eulbacher Parks.
Graf Eberhard Denkmal im Eulbacher Park.

Der "Eulbacher Park" ist ein Englischer Garten im zu Michelstadt gehörenden Weiler Eulbach. Er liegt direkt an der B47 zwischen Michelstadt und Amorbach, nördlich der Schlossgebäude und der angrenzenden Gaststätte, auf drei eingeschlossen Seiten vom Wildpark Eulbach. Der Park, mit seinem über 700 verschiedenen Pflanzenarten und drei künstlichen Seen, ist heute ein ganzjährig geöffnetes beliebtes Ausflugsziel. Der eigentliche Englische Garten wird durch umlaufende Wildgehege, in welchen unter anderem Wisente, Wildschweine und Dam-, Rot-, Reh- und Muffelwild untergebracht sind, sowie einem Kinderspielplatz und Kiosk ergänzt.


Geschichte[Bearbeiten]

"Eberhardsburg", künstliche Burgruine im Eulbacher Park
Achteckige Inselkapelle im zugefrorenen See des Eulbacher Parks

Früher befand sich an dieser Stelle die Flur des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Dorfes Eulbach, welche nach diesem von einem gräflichen Hofgut genutzt wurde. 1771 wurde es durch ein von Graf Franz I errichtetes Jagdhaus ergänzt, das ab 1800 zu dessen Sommerresidenz ausgebaut wurde. Nahe dem Schloß lies der Graf von dem bekannten Landschaftsarchitekten Friedrich Ludwig von Sckell zwischen 1802 und 1807 den Englischer Garten im Stil der Romantik anlegen. Von 1810 bis 1820 wurde er weiter ausgebaut, 1858 die Kapelle auf der Weiherinsel errichtet.

Während der Landschaftsgarten einige für die Romantik typische Elemente, wie etwa den Weiher mit seiner vom Alltagstreiben entrückten Insel oder die auf einem aufgeschüttetem Hügel mit Spolien der stauferzeitlichen Wildenburg errichteten künstliche Ruine "Eberhardsburg", umfasst, finden sich in ihm als Besonderheit zahlreiche, meist von den umliegenden Turmstellen und Kastellen des Odenwaldlimes stammende, Römische Altertümer, welche den Eulbacher Park zum ersten Archäologischen Park Deutschalnds machen. Dies ist Graf Franz Leidenschaft für die Antike geschuldet, der durch Johann Friedrich Knapp zahlreiche Ausgrabungen an tatsächlichen und vermuteten lokalen Römischen Stätten vornehmen ließ. Zu finden sind neben einem Umgesetzten Steinturmsockel des Odenwaldlimes (WP 10/22 "Im Vogelherdschlag") Mauern und Tore der Kastelle Eulbach und Würzberg, welche frei nach damaligen Kenntnisstand rekonstruiert wurden und von einem ebenfalls aus Steienen des letzteren bestehenden Obelisken ergänzt werden. Hinzu kommen einige Bildhauerarbeiten, Architekturteile und Inschriftensteine.

Links[Bearbeiten]

http://www.erbach.de/lebeninerbach/freizeit/natur/englischer-garten-eulbach.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Holger Göldner: Der Englische Garten "Eulbacher Park". Römische Relikte vom Odenwaldlimes in einem Landschaftsgarten des 19. Jahrhunderts bei Michelstadt im Odenwaldkreis. In: Archäologische Denkmäler in Hessen. Heft 152, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2001
  • Dietwulf Baatz, Fritz-Rudolf Herrmann: "Die Römer in Hessen", 2002
  • Egon Schallmayer: "Der Odenwaldlimes", 2. verb. Auflage, 2010
  • W. List: "Jagdschloß Eulbach - Ein gräflich erbachischer Sommersitz", Erbach (1907).
  • Walther Weidman: "Eulbach - Ein Heimatbuch", Rathaus und Museumsreihe Band 21, (2002)
  • Franz Graf zu Erbach-Erbach und von Wartenberg Roth: Geschichte des Wildparks bei Erbach (Odenw)", Erbach (1962).